SPD WETTERAU VERGIBT DEN 21. EHRENAMTSPREIS AN WETTERAUER VEREINE

Zahlreiche Gäste, darunter Limeshains Bürgermeister Adolf Ludwig, der stellvertretende Vorsitzende der Wetterau SPD und Butzbachs Bürgermeister Michael Merle sowie die Erste Stadträtin Katja Euler aus Büdingen konnte die Wetterauer SPD-Parteivorsitzende Lisa Gnadl in der Kulturscheune Himbach begrüßen. Es galt, herausragendes ehrenamtliches Engagement zu würdigen. In ihrer Begrüßungsrede machte sie deutlich, warum es so wichtig ist, Ehrenamt zu ehren. „Vieles in unserer Gesellschaft sei nicht denkbar ohne den Einsatz der vielen Freiwilligen, die an ganz unterschiedlichen Stellen einen Beitrag zu unserem Gemeinwesen und zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft leisten. Dieses Engagement habe Anerkennung verdient und ihr Wirken sollte öffentlich sichtbar sein. Unser Ehrenamtspreis soll daher ein Teil der Anerkennungskultur in der Wetterau sein, mit der wir Ihr Engagement und das von tausenden Ehrenamtlichen in unserer Region würdigen“, so die Parteivorsitzende. In diesem Jahr erhielten die Auszeichnung die Vereine EhE – Echzeller helfen Echzellern e.V., das „MüZe Karben – Mütter- und FamilienZENTRUM e.V. und die Hospizhilfe Büdinger Land e.V., auch im Beisein der ehrenamtlich Aktiven SPD-Vertreter*innen aus den jeweiligen Kommunen.

Landratskandidat und stellvertretender Parteivorsitzender Rouven Kötter überreichte den Ehrenamtspreis an das Mütter- und Familienzentrum Karben e.V. „Das MüZe startete als Idee einer einzelnen Frau in Okarben. Sie wollte Angebote schaffen, um junge Mütter aus der Isolation zu holen. Innerhalb kürzester Zeit wurde aus der Idee ein Verein mit zahlreichen Mitgliedern und umfassenden Angeboten“, berichtete Rouven Kötter aus der Historie des mehr als 30 Jahre alten Vereins. „Mittlerweile ist das MüZe in Burg-Gräfenrode zuhause und bietet dort einen Treffpunkt mit Café, Bildungsangebote, Kurse, Betreuung und vieles mehr. Es ist ein echter Dorf-Treff und leistet einen enorm wichtigen Beitrag für die Ortsgemeinschaft – und zwar für alle Generationen und Lebensphasen.“ Da Rouven Kötter ein halber „Roggauer“ ist, konnte er auch sehr persönliche Worte an die Vertreter des Vereins richten: „Ich kenne viele, die das MüZe genutzt haben und nutzen. Meine Cousine beispielsweise sagte über das MüZe, dass es bei ihrem ersten Sohn ihre absolute Rettung gewesen ist. Ich weiß, so geht es vielen Menschen und ich bin dankbar, dass es einen so engagierten Verein wie das MüZe gibt, der diese wichtigen Aufgaben übernimmt.“

Der Verein EhE – Echzeller helfen Echzellern erhielt die besondere Auszeichnung aus den Händen der Landtagskandidatin Anne Thomas aus Butzbach. In ihrer Laudatio lobte sie das außerordentliche Engagement des Vereins, der erst im Mai 2019 gegründet wurde: „Als ich im Sommer zu Besuch bei euch war, war schon nach kurzer Zeit sichtbar, mit wieviel Herzblut ihr euren Verein führt und mit wieviel Hingabe ihr die Projekte stemmt. Ihr sammelt Spenden, fahrt Menschen mit Einschränkungen zum Arzt oder zum Einkaufen, habt eine neu eingerichtete Kleiderkammer und seid für alle Echzellerinnen und Echzeller da“. Auch nach Ausbruch des Krieges auf die Ukraine und mit der Ankunft der Geflüchteten sei der Verein sofort aktiv geworden. Der Verein habe nicht nur Spenden für notwendige Hilfsmittel organisiert sondern auch auf eigene Faust Wohnraum renoviert. „Euer bürgerschaftliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. „‘Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll‘, und das spürt man deutlich“, begeistert sich die Landtagskandidatin.

Die Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl durfte die Hospizhilfe Büdinger Land e.V. zusammen mit 1. Stadträtin Katja Euler und dem Büdinger Ortsvereinsvorsitzenden Boris Winter ehren. In ihrer Laudatio führte Gnadl aus, dass der seit 2004 gegründete Verein, der bereits in den Jahren zuvor aktiv war, auf fast 150 Mitglieder angewachsen ist. In dieser Zeit wurden mehr als 30 aktive Hospizhelfer*innen ausgebildet. Das Angebot wurde stetig erweitert und umfasst neben hospizliche Begleitungen eine geschlossene Trauergruppe, ein offenes Trauercafé und öffentliche Fortbildungen zum Thema „Letzte Hilfe“: „Ich finde es wichtig, dass wir über das schwierige Thema Sterben offen sprechen. Mit seiner Arbeit hat der Verein das Thema Tod enttabuisiert. Der Verein hat dezentrale Angebote für Jeden geschaffen, um Menschen und ihre Angehörigen in ihrer letzten Lebensphase direkt vor Ort in vertrauter Umgebung begleiten zu können. Sie leisten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft“, würdigt Lisa Gnadl die Hospizhilfe Büdinger Land e.V. und deren Mitglieder.

Die ehrenamtliche Arbeit des Vereins wird seit fünf Jahren von einer hauptamtlichen Kraft unterstützt. Der Verein hat gerade in den letzten beiden pandemiegeprägten Jahren eine herausragende ehrenamtliche Arbeit geleistet: „Hospizliche Begleitungen waren ausdrücklich von den Kontaktverboten ausgenommen. Die ehrenamtliche Hilfe wurde von Seiten der Mitglieder daher weiterhin unter erschwerten Bedingungen gestemmt und die Menschen, trotz des eigenen Risikos sich anzustecken, nicht alleine gelassen. Das verdient Anerkennung und unseren höchsten Respekt!“, erklärte die Vorsitzende der SPD Wetterau. 

Dr. Udo Stern, stellvertretender Vorsitzender und die weiteren Vereinsmitglieder machten in ihrer Erwiderung deutlich, wie sehr sie sich ein stationäres Hospiz im Büdinger Land wünschen und dabei auch auf politische Unterstützung hoffen.

Für das musikalische Rahmenprogramm sorgte das Gesangs-Duo „More than swing“ mit Christina Pauly und Jürgen Kockrick. Nicht zum ersten Mal wurden die Gäste durch das Duo bestens unterhalten. Nach der Verleihung des Ehrenamtspreises wurde die Möglichkeit, sich über Erfahrungen und neue Ideen in der ehrenamtlichen Arbeit, genutzt. Denn auch die Vernetzung zwischen Politik und den Akteuren im Ehrenamt ist von großer Bedeutung.