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Starke Wetterau.

Pressemitteilung:

21. März 2018
Ausbildungsgarantie

Lisa Gnadl: Kein junger Mensch darf ohne berufliche Perspektive bleiben

Plenarrede

Auf Antrag der SPD hat sich der Hessische Landtag heute mit dem Thema Ausbildung beschäftigt und darüber debattiert. Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Lisa Gnadl, warb in ihrer Rede für das Ausbildungs- und Qualifizierungskonzept ihrer Partei.

Gnadl sagte am Mittwoch in Wiesbaden: „Knapp ein Viertel der jungen Menschen in Hessen ist nach Aussage der Landesregierung ohne berufsqualifizierten Abschluss! Wer aber ohne berufsqualifizierten Abschluss bleibt, der arbeitet eher in prekären Beschäftigungsverhältnissen und ist häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen. Damit dürfen wir uns nicht abfinden! Es darf kein junger Mensch ohne eine berufliche Perspektive bleiben.“

Die SPD-Abgeordnete, die auch ausbildungspolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, zitierte zudem aus Daten der Bundesagentur für Arbeit, wonach in Hessen Ausbildungsplätze fehlten. Auf eine Bewerberin beziehungsweise einen Bewerber kommen demnach nur 0,86 angebotene Ausbildungsplätze. Hessen stehe mit der Zahl der gemeldeten Berufsausbildungsstellen im Bundesländervergleich besonders schlecht da. Nur in Nordrhein-Westfalen sei das Angebot unter den westdeutschen Bundesländern noch schlechter. Auch die Zahl der hessischen Betriebe, die ausbilden, sei zurückgegangen. Im Jahr 2016 seien nur noch 19 Prozent aller Betriebe an der Ausbildung beteiligt gewesen. Gnadl fragte in Richtung der Landesregierung: „Wie kann das sein? Wo sind die Erfolge des Bündnisses für Ausbildung, wenn wir im Bundesländervergleich so schlecht dastehen? Wir nehmen das nicht hin! Das muss dringend verbessert werden“, forderte Gnadl.

Die schwarzgrüne Landesregierung gebe dabei ein schlechtes Bild ab. So sei die Zahl der Ausbildungsstellen im Landesdienst zwischen 2011 und 2015 um mehr als ein Drittel gesunken. „Sie geben selbst weniger jungen Menschen die Chance auf eine Ausbildung und erhöhen damit zugleich das Risiko, dass dem öffentlichen Dienst selbst ein Nachwuchsproblem droht!“, so Gnadl.

„Unsere vordringliche Aufgabe muss sein, dafür zu sorgen, dass alle jungen Menschen einen Schulabschluss absolvieren, um dann mit einer Ausbildung oder einem Studium die Möglichkeit zu erhalten, ihr eigenes Leben zu gestalten“, appellierte Gnadl. Daher habe ihre Fraktion ein Konzept erarbeitet, dass die aktuellen Herausforderungen auf dem Ausbildungsmarkt umfassend angehe. Das SPD-Papier mit dem Titel „Ausbildung? Garantiert! Unsere Ziele für die Zukunft der Ausbildung“ setze dabei auf neun Bausteine: Eine frühzeitige Berufs- und Studienorientierung an der Schule mit einer Stärkung des Fachs Arbeitslehre und bessere flächendeckende individuelle Beratungsangebote außerhalb der Schulen, damit Jugendliche umfassend über mögliche Berufs- und Karrierewege informiert werden. Zudem will die SPD die duale Ausbildung stärken, indem Klein- und Kleinstbetriebe bei der Ausbildung unterstützt werden und die Beteiligung an der dualen Ausbildung zum Pflichtkriterium bei öffentlichen Aufträgen wird. Die beruflichen Schulen sollen gestärkt und die Digitalisierung der Arbeitswelt im Ausbildungsbereich stärker berücksichtigt werden. Auch die Angebote des Dualen Studiums sollen verbessert werden. Unterstützende Maßnahmen für Jugendliche beim Übergang von Schule und Beruf sollen stärker auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten werden. Zudem sollen Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen besser koordiniert und die beteiligten Akteure stärker verzahnt werden, so Gnadl. Insgesamt müssten die Angebote zur Nachqualifizierung angesichts einer sich stetig wandelten Arbeitswelt ausgebaut werden. Dazu gehöre nach den Vorstellungen der SPD auch eine Ausbildungsgarantie. „Dazu werden wir ein Programm auflegen, das jedem und jeder unter 35 Jahren einen Anspruch auf eine berufliche Qualifikation eröffnet. Jeder junge Mensch, der heute über keinen berufsqualifizierenden Abschluss verfügt, soll bis zu einem erfolgreichen Abschluss alle erforderlichen Angebote und Unterstützungen erhalten“, so Gnadl.

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