Achim Gutsch, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion, führte vor Ort in die Problematik ein: „Die Tendenz zur Aufgabe von landwirtschaftlich wenig produktiven Grenzstandorten ist ein europaweites Problem, das sich sehr negativ auf die Artenvielfalt der Kulturlandschaft auswirkt. Mit dem „Life+-Projekt“ besteht in der Wetterau die Möglichkeit, diese alte Kulturlandschaft zu erhalten. Dabei ist die Schäferei von besonderer Wichtigkeit.“ Das Projektgebiet umfasst etwa 270 Hektar in der nördlichen Wetterau mit ihren Übergängen zum Vogelsberg. Die hier vorhandenen Mager- und Trockenwiesen waren in der Vergangenheit durch mangelnde oder bereits aufgegebene Nutzung sowohl qualitativ als auch in der Fläche sehr stark zurückgegangen und vielfach in ihrem Bestand gefährdet. Die Gruppe wurde von Christian Sperling vom Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises und Kerstin Bär von der Stadtverwaltung Nidda geführt. Zu den in den nächsten fünf Jahren geplanten Maßnahmen gehören laut Sperling und Bär zahlreiche Wiederherstellungs- und Pflegemaßnahmen wie das gezielte Entbuschen von teilweise oder bereits vollständig zugewachsenen Magerrasen, der Ankauf oder Tausch von geeigneten Flächen oder auch das Zusammenlegen zu größeren Bewirtschaftungseinheiten. „Durch die Fördergelder muss es in den nächsten fünf Jahren gelingen, Strukturen zu schaffen, die auch sich heraus weiter bestehen können. Die Schäfer sind hierbei der Schlüssel zum Erfolg. Die Flächen können nur erhalten werden, wenn sie beweidet sind. Daher müssen die Schäfer von ihrer Arbeit auskömmlich leben und ihre Produkte auch absetzten können, auch wenn die Förderung der EU ausläuft. Der Wetteraukreis macht hierbei bisher eine sehr gute Arbeit.“ so Gutsch. Von der hervorragenden Qualität der Schäfereiprodukte konnten sich die Teilnehmer am reichhaltigen Lammbüffet im Landgasthaus „Zum Fürstengarten“ in Stornfels mit allen Sinnen überzeugen. Mit einem Dank und großem Lob an alle Beteiligten, die mit viel Leidenschaft bei der Sache sind, ging die Veranstaltung zu Ende.


